Allianz Cyberversicherung

Die Allianz wendet sich mit ihrer Cyberdeckung an mittelständische Unternehmen und unter diesen wiederum besonders an Online-Handelsbetriebe, produzierende Unternehmen mit vernetzter Maschinensteuerung (zum Beispiel durch SCADA) und an Hotels. Der Versicherer schließt andere Unternehmen explizit aus, darunter die von Cyberkriminalität betroffenen Finanzdienstleister und Banken. Ebenso eignet sich die angebotene Police nicht für Firmen mit einem Umsatz jenseits der 150 Millionen Euro pro Jahr. Der Versicherungskonzern verspricht hierfür aber gesonderte Lösungen.

Cyberdeckung durch die Allianz

Geschützt sind die Kunden vor zielgerichteten und nicht zielgerichteten Angriffen. Zielgerichtet ist ein Hackerangriff gegen das eigene Unternehmen, nicht zielgerichtet ist die Verbreitung von Malware oder Phishing-Mails. Den Schutz des geistigen Eigentums vor Cyberangriffen schließt die Allianz aus (darunter Patente, Modelle und Designs). Versichert sind hingegen Schäden durch vorsätzliche schädliche Handlungen von Mitarbeitern des Unternehmens (Datenlöschung oder -veröffentlichung), wenn es sich um Mitarbeiter unterer Arbeits- oder Leitungsebenen handelt. Die vorsätzlich herbeigeführten Schäden durch Repräsentanten wie Inhabern, Geschäftsführern und Vorständen schließt der Versicherer aus. Die sonstigen Leistungen entsprechen den Standardanforderungen an eine Cyberschutz-Versicherung:

  • Kostenübernahme bei Schäden durch Hackerangriffe
  • Datenrekonstruktion
  • entgangener Gewinn durch Betriebsunterbrechung
  • Informationskosten
  • Kosten für das Beheben von Sicherheitslücken
  • Haftpflicht bei Datenschutzverletzungen digital und durch den Diebstahl gedruckter Dokumente
  • Netzwerksicherheitsverletzungen durch eigene Rechner
  • Vertragsstrafen von Kreditkarten-Unternehmen

Zusätzliche Serviceleistungen der Allianz sind die Schadenermittlung durch eigene Experten, die Datenforensik (kostenlos für den Kunden), die Krisenkommunikation und die Erstellung eines Risikoprofils für den Kunden. Wenn Sicherheitslücken entdeckt werden, stellt die Allianz auf Wunsch den Kontakt zu geeigneten Servicepartnern bereit.

Vor- und Nachteile der Allianz Cyber-Deckung

Die Allianz geht offenbar sehr genau vor und bietet einen wirklich umfassenden Service an. Das Angebot ist explizit auf KMU bestimmter (eingangs genannter) Branchen zugeschnitten. Diesen bietet es einen umfassenden, wohl durchdachten Cyberschutz. Als nachteilig dürften viele Interessenten ganz bestimmter Branchen den expliziten Ausschluss ihres Unternehmens empfinden, darunter die häufig betroffenen Finanzdienstleister. Sie können sich zwar an die Allianz wenden und erhalten dann ein Spezialangebot, doch dieser Aufwand könnte vielen Firmen zu hoch erscheinen. Auch die feine Unterscheidung, dass Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit von Mitarbeitern versichert ist, von oberen Leitungsebenen hingegen nicht, dürfte erklärungsbedürftig sein. Für Privatpersonen ist dieser Schutz eher nicht geeignet, er ist auch nicht modular aufgebaut. Daher werden ihn wohl auch Freelancer nicht wählen.